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Enja ist ein Kerl

Nach einer gewissen Erholungs- und Heilungsphase ließ sich die süße Enja einmal einer genaueren Betrachtung unterziehen. Das Ergebnis: Sie erholt sich zusehends und sie ist ein Kater! Seit Ostersonntag lebt sie zudem auf einer Pflegestelle und lässt sich dort nach Herzenslust verwöhnen. Die Leute von der Pflegestelle haben den Kater nun in Enjo umgetauft, der wird damit wohl keine Schwierigkeiten haben.

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Enja/Enjo hat die neue Pflegestelle bereits voll im Griff

Für uns bleibt die Samtpfote allerdings Enja, man möge uns das verzeihen. Aber immerhin hat er hinsichtlich falscher Namensgebung einen ganz berühmten Vorfahren (und sicherlich nicht nur den einen). Es handelt sich um Mrs Chippy, der getigerten Hauskatze, die vom Schiffszimmermann mit dem Spitznamen Chippy mit an Bord der Endurance, dem Schiff der Antarktisexpedition Ernest Shackeltons, gebracht wurde. Erst nach der Namensgebung Mrs Chippy stellte sich heraus, dass die Fellnase ein Kater war. Der wird als hübsch, anhänglich und gutmütig beschrieben und schien zudem ein richtiger Draufgänger gewesen zu sein. Es schien sich einen Spaß daraus zu machen, immer knapp außerhalb der Reichweite der tobenden Schlittenhunde über deren Zwinger zu stolzieren. Und seine Kletterkünste, selbst bei rauester See brachte ihm die Anerkennung der Mannschaft ein. Leider wurden der Kater ebenso wie drei Hundewelpen und ein Schlittenhund auf Anordnung des Expeditionsleiters nach dem Schiffbruch im Eis als „Tiere ohne konkreten Nutzen“ erschossen, weil man es sich nicht hätte leisten können, so Shackelton in seinem Tagebuch, „Schwächlinge durchzufüttern“.
Der Schiffszimmermann McNish verzieh dem Expeditionsleiter die Tötung seines geliebten Katers nie. Das drückte sich in wachsenden Spannungen zwischen ihm und Shackelton aus und ging bis zur Befehlsverweigerung. McNish fiel in Ungnade und erhielt 1930 ein Armenbegräbnis im Neuseeländischen Wellington. Nach der Veröffentlichung des fiktiven Tagebuches Mrs. Chippys unter dem Titel „Mrs. Chippy’s last expedition“ von Caroline Alexander 1997, gelangte das Schicksal des tapferen Schiffskaters und seines Menschen wieder in das öffentliche Bewusstsein. Im Januar 2004 erhielt das Grab des tierlieben Schiffszimmermanns im Auftrage der Neuseeländischen Antarktis-Gesellschaft eine lebensgroße Bronzeskulptur Mrs. Chippys.

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Foto von Nigel Cross

Auch Enja hat nach seinem bisherigen Schicksal besondere Aufmerksam verdient und mit der Betreuung durch den Tierschutzverein Witzenhausen, die neue Pflegestelle und die publizistische Patenschaft von Lucky Lady’s bekommt er sie auch.

Nun sollte sich aber auch sehr bald eine liebevolle Pflegestelle für den coolen Fonzie finden. Der ist zwar gut drauf, wie die Fotos zeigen, das Katzenhaus kann aber trotzdem wirklich nur eine provisorische Lösung für den Traumkater sein.

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Man möge mich streicheln . . . sofort!
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Los, fang mich doch.

Morgen hat er übrigens eine Zahn-OP. Dafür drücken wir alle verfügbaren Daumen und Pfoten. Und ganz toll wäre es, dass, wenn er aus der Narkose aufwacht, bereits eine tolle Pflegestelle auf ihn wartet. Ihr erinnert Euch, zusätzlich zu dem absolut liebenswürdigen Katertier erhält die Pflegestelle das erforderliche Futter und Katzenstreu. Tierarztbesuche werden nach Absprache mit dem Verein bezahlt. Ihr seid nur fürs Streicheln, Schmusen und Abenteuer zuständig. Und sollte sich jemand in den Kater verlieben – und eigentlich geht das gar nicht anders -, kann er nach der erfolgten Freigabe der Erben auch bleiben.
Infos: 0176/52988465

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